Was tun bei Kündigung in Zeiten von Corona?

Kündigungen sind in Corona-Zeiten leider häufiger geworden. Trotz dieser „Großwetterlage“ und schwieriger Zeiten für manche Unternehmen sollten Arbeitnehmer ihre Rechte und Pflichten im Auge behalten. Diese gelten unvermindert: gegenüber dem Arbeitgeber und gegenüber der Agentur für Arbeit bzw. dem Job Center.

 

 

Wer sich nicht wehrt …
Wer eine Kündigung bekommt, reagiert oft verletzt, ist schockiert und vielleicht traurig. So verständlich solche emotionalen Reaktionen sind, so sehr sollten Sie daran denken, dass mit der Zustellung der Kündigung die Uhr tickt.
Wenn Sie mit der Kündigung nicht einverstanden sind, gibt es die Möglichkeit einer Zurückweisung der Kündigung. Ebenso existiert die Möglichkeit einer Kündigungsschutzklage.
Für beide Maßnahmen gibt es knappe Fristen, die auf keinen Fall überschritten werden dürfen.
Lassen Sie sich im Falle einer Kündigung, mit der Sie nicht einverstanden sind, umgehend beraten. Fachleute raten dazu, innerhalb von maximal 72 Stunden einen Anwalt aufzusuchen.
Eine Kündigung wird wirksam, wenn der Arbeitnehmer sich nicht dagegen wehrt. Es besteht also Handlungsbedarf.

Übrigens: auch die Corona-Pandemie berechtigt nicht zu Kündigungen ohne Einhaltung der Kündigungsfrist.

Wer schnell eine rechtliche Einschätzung seines Falles einholen möchte, kann sich an jene Anwalts-kanzleien wenden, die eine kostenlose Telefonberatung anbieten. Solche Kanzleien gibt es in Berlin und können leicht im Internet gefunden werden. Auch Gewerkschaften führen arbeitsrechtliche Beratungen durch.

Darüber hinaus ist das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist ein kompetenter Ansprechpartner. Auch dorthin können Sie sich mit Ihren Fragen zum Thema Arbeitsrecht wenden. Die Beratung ist kostenlos.
Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 20.00 Uhr
Telefon 030 - 22 19 11 00 4

Ganz wichtig: sich von einem Anwalt vertreten zu lassen, kostet Geld, sofern man keine geeignete Rechtsschutzversicherung hat. Das bedeutet aber nicht, dass Arbeitnehmer mit geringem Einkommen völlig schutzlos sind. Amtsgerichte können Beratungshilfe und später evtl. Prozesskostenhilfe gewähren:

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Beratungs_PKH.pdf?__blob=publicationFile&v=19

https://service.berlin.de/dienstleistung/326037


Pflichten gegenüber der Agentur für Arbeit // Job Center

Wer arbeitslos wird, muss sich bei der Agentur für Arbeit oder beim Job Center melden. Auch dafür gelten strikte Regeln.

Worauf Sie besonders achten müssen:
Sobald die Kündigung da ist, muss man sich sofort bei der Arbeitsagentur melden. Wer das nicht tut, bekommt später beim Arbeitslosengeld eine Sperrzeit.

Als Basisregel gilt: Drei Monate vor dem Ende der Beschäftigung müssen Sie sich arbeitsuchend melden. Ist Ihre Kündigungsfrist kürzer, müssen Sie sich innerhalb von 3 Tagen, nachdem Sie über die Kündigung informiert wurden, arbeitssuchend melden.

Verpassen Sie diese Fristen, droht Ihnen eine Sperrzeit von mindestens einer Woche beim Arbeitslosengeld. Die Sperrzeit kann, je nach Schwere des Regelverstoßes, bis auf bis zu 12 Wochen ausgedehnt werden.

In der derzeitigen Situation muss und kann die Arbeitslosmeldung nicht persönlich durchgeführt werden.
Alle nötigen Antragsformulare der Agentur für Arbeit stehen online zur Verfügung. Die Anträge selbst formlos per E-Mail oder über die eServices der Arbeitsagentur geschehen.
Außerdem können Sie die Arbeitslosmeldung auch telefonisch durchführen und Anträge, wie den auf ALGII/Hartz IV, formlos per Post schicken oder in den Hausbriefkasten Ihrer zuständigen Dienststelle werfen.


ACHTUNG
Wir möchten Sie abschließend noch ausdrücklich darauf hinweisen, dass die o. g. Ausführungen keine Rechtsberatung, sondern lediglich eine Orientierungshilfe darstellen. Es handelt sich um unsere sorgfältig recherchierte Sichtweise auf das Thema. Bei aktuellen Problemen oder Rechtsstreitigkeiten wenden Sie sich bitte direkt an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht oder an eine Rechtsberatungsstelle.

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