Schwer-in-Ordnung! – Berliner Erklärung zur beruflichen Bildung von Menschen mit Behinderungen

Am 15. und 16. März 2021 fand die 61. Konferenz der Beauftragten für Menschen mit Behinderung unter dem Thema „Berufliche Bildung“ und unter Beteiligung der Berliner Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Christine Braunert-Rümenapf und zahlreicher Vertreter:innen aus Wissenschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und NGO statt.

Der Fokus der Online-Veranstaltung lag auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation von Menschen mit Behinderung. In ihrer Pressemitteilung vom 16.03.2021 teilt die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hierzu u.a. folgendes mit:

Da nach wie vor zu häufig die Fähigkeiten und Talente von Menschen mit Behinderung unterschätzt und sie daher auch unzureichend oder überhaupt nicht als mögliche Fachkräfte von Morgen wahrgenommen werden, ist insgesamt die Lage der Menschen mit Behinderung im Bereich der beruflichen Bildung als prekär einzuschätzen. Die Gründe dafür sind u.a. die leistungs- und defizitorientierte Betrachtung junger Menschen und die fehlende Barrierefreiheit im Zugang und der Durchführung von Schule. Hinzukommen die geringere bis fehlende Durchlässigkeit zwischen Qualifizierungs- und Ausbildungsketten oder auch die fehlende Bereitschaft von Unternehmen, Menschen mit Behinderung auszubilden oder einzustellen. Alle diese Hemmnisse wurden überdies durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch einmal verschärft.

In der gemeinsamen „Berliner Erklärung“ fordern die Konferenzteilnehmer:innen nun den Auf- und Ausbau eines Berufsbildungssystems, das in seinen Rahmenbedingungen die Belange von Menschen mit Behinderung umfassend berücksichtigt.

„Ziel der beruflichen Bildung muss die barrierefreie und gleichberechtigte Gestaltungsmöglichkeit einer individuellen Bildungs- und Berufsbiografie sein. Die gesellschaftliche Teilhabe muss gewährleistet sein, das Wunsch- und Wahlrecht sichergestellt und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auffangen werden.“ stellte Christine Braunert-Rümenapf als Berliner Landesbeauftragte fest. „Ausbildung im regulären Betrieb muss für junge Menschen mit Behinderung die Regel werden und nicht die Ausnahme sein wie heute.“ betonte Matthias Rösch, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen des Landes Rheinland-Pfalz.

Als konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Ausbildung von Menschen mit Behinderungen im regulären Betrieb wurde u.a. gefordert, die sog. Ausgleichsabgabe zu erhöhen. Weitere Eckpunkte der Erklärung umfassen die Unterstützung durch Assistenzen und die Gewährung notwendiger Hilfsmittel während der Praktika-Phasen und der Ausbildungszeit, die Gewährung von individuellen Nachteilsausgleichen bei Prüfungen und die stärkere Verankerung des Inklusionskonzepts in der Aus-, Fort- und Weiterbildung für die Lehrkräfte in der beruflichen Bildung.

  

Weitere Informationen zur Konferenz und Erklärung finden Sie hier und in der Pressemitteilung der SenIAS vom 16.03.2021:

https://www.berlin.de/lb/behi/_assets/veroeffentlichungen/lesenswertes/2021.02.22_berliner_erklarung.pdf

https://www.berlin.de/sen/ias/presse/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung.1065405.php

 

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