Fachkräftemangel in Deutschland

Obwohl gerade viele Menschen auf Arbeitssuche sind, scheint der Fachkräftemangel nicht abzunehmen. Ursache hierfür sind nicht zuletzt die zunehmende Überalterung der Bevölkerung und die „Digitalisierung in fast allen Wirtschaftsbereichen, die dazu führen wird, dass viele Berufe nach und nach an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig entstehen neue Verantwortungsbereiche, die ein viel komplexeres Fachwissen voraussetzen.“ (Agentur Junges Herz https://www.agentur-jungesherz.de/, Stand 02.02.21, 11:55)

Laut Erhebungen des "Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW)" sind schon heute zwei von drei Arbeitsplätzen, die eine entsprechende Berufsausbildung oder ein Studium voraussetzen, schwer oder gar nicht zu besetzen. „Allen voran in Gesundheits- und MINT-Berufen, wobei das Kürzel MINT für Mathematik-, Ingenieur-, Naturwissenschaften und Technik steht. Qualifikationen, die nicht nur in der industriellen Produktion von hoher Bedeutung sind. Es handelt sich um Schlüsselqualifikationen für die gesamte Volkswirtschaft. MINT-Fachkräfte werden zum Beispiel auch in erheblichem Maße gesucht in der Verwaltung, in der Wissenschaft, im Einkaufsmanagement, in Geschäftsführungspositionen und, und, und.“ (Agentur Junges Herz/ Stand 02.02.21, 10:25)

Das Basler Forschungsinstitut „Prognos“ wies bereits 2017 darauf hin, dass allein in Deutschland bis zum Jahr 2030 insgesamt an die drei Millionen Fachkräfte fehlen könnten, falls von Wirtschaft und Politik nicht gegengesteuert wird (Stand 02.02.21, 09:30). Besonders wichtig sei es, jene „Arbeitsmarktressourcen zu erschließen, die bislang aufgrund schlechter struktureller Bedingungen oftmals außen vor blieben. Dazu gehören Frauen in der Familienphase, Ältere oder Teilzeitarbeitnehmer.“ (Agentur Junges Herz/ Stand 02.02.21, 12:32)

Bislang werde primär auf die Ausbildung von neuen Mitarbeiter:innen und die Fortbildung des vorhandenen Personals gesetzt. Prognos verwies zudem darauf, dass die Arbeitskräftemobilisierung weiter forciert werden müsse: „Die internationale Rekrutierung von Arbeitskräften ebenso wie eine längere Arbeitszeit von Älteren. Junge und alte Arbeitskräfte müssen mit Qualifizierungen und Weiterbildung auf die Veränderungen der Digitalisierung vorbereitet werden. Das gleichzeitig schnellste und zahlenmäßig auch mittelfristig ertragreichste Mittel gegen die Fachkräftelücke ist jedoch die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Es sind Rahmenbedingungen zu schaffen, sodass insbesondere Mütter ihrem Wunsch nach Erwerbstätigkeit verwirklichen können. Dabei sind Staat und Wirtschaft gemeinsam gefordert.“ (Stand 02.02.21, 10:47)

Das Fehlen qualifizierter Arbeitskräfte ist langfristig für die ganze Volkswirtschaft bedrohlich. Gleichzeitig dürfen andere Probleme bei der Debatte nicht außer Acht gelassen werden, wie beispielsweise die Frage, wie wir dem immer größer werdenden Pflegebedarf gerecht werden können.

Weitere Infos zum Thema "Fachkräftesicherung" auch auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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