Bewerbungstipp: Gehaltsvorstellungen richtig angeben

Nicht einmal jeder 2. Arbeitsplatz in Deutschland ist tariflich gebunden. In den östlichen Bundesländern arbeitet sogar nur jede*r 3. Arbeitnehmer*in in einem tarifgebundenen Unternehmen.

Dies hat oft zur Folge, dass bei Bewerbungen für Unternehmen, die sich nicht am Tarif orientieren, das Gehalt nicht von vornherein definiert ist bzw. verhandelt werden muss.

Bei Bewerbungen für eine neue Arbeitsstelle wird der/die Jobsuchende daher häufig „gebeten“, sich „unter Angaben der Gehaltsvorstellung“ zu bewerben.

Hier steht der*die Bewerber*in vor der Herausforderung, eine passende Zahl zu nennen. Ist die Vorstellung zu hoch, besteht die Angst von vornherein „aussortiert“ zu werden. Ist sie zu niedrig, hat der*die Bewerber*in Sorge, sich „unter Wert“ zu verkaufen. Und da der Preis gern mit der Qualität verknüpft wird, kann damit auch eine falsche Aussage getroffen werden. Zudem ist der Verdienst der kommenden Jahre in einem neuen Unternehmen stark mit dem Einstiegsgehalt verknüpft – allzu große Verbesserungen sind selten zu erwarten. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken zu den eigenen Gehaltsvorstellungen zu machen.

Wie können Sie also die richtige Höhe Ihrer Gehaltsvorstellung bestimmen?

An dieser Stelle möchten wir gerne auf den Entgeltatlas der Agentur für Arbeit verweisen. Im Gegensatz zu Foren und anderen Karriereportalen beruhen die Angaben hier nicht nur auf den Erfahrungen Einzelner, sondern auf den komplexen Statistiken der Behörde. Eine weitere Unterteilung nach Region/Geschlecht und Alter ist hier ebenso möglich.

Werden Sie also bereits bei der Bewerbung gebeten Ihre Gehaltsvorstellungen anzugeben, so sind aus unserer Erfahrung folgende Punkte zu beachten:

  1. Angabe von Brutto-Arbeitsentgelt: Unternehmen arbeiten mit Budgets und Ihre individuellen Abzüge sind dem Unternehmen vorab gar nicht bekannt.

  2. Angabe von einer Zahl: Geben Sie keine Gehaltsspannen an. Der*die Arbeitgeber*in orientiert sich dann gern nur an der unteren Zahl.

  3. Angabe von Monatsentgelt: Nutzen Sie einerseits die psychologische Wirkung „kleinerer Zahlen“. Andererseits können Sie dann auch auf Sonderzahlungen hoffen, die im monatlichen Arbeitsentgelt noch nicht miteingeschlossen sind. Bei Führungspositionen oder wenn es in der Stellenausschreibung verlangt wird, können Sie alternativ auch das Jahres-Brutto angeben. Wenn in Ihrer Branche (z.B. oftmals im Einzelhandel) Stundenlöhne üblich sind, bietet sich eine Angabe des gewünschten Stundenlohns an.

  4. Verhandlungsbereitschaft signalisieren: „Meine verhandlungsbereite Gehaltsvorstellung beträgt ……€/Monat“. Oder „Ich bin bereit in der Probezeit weniger zu verdienen.“

  5. Verhandlungsspielraum einkalkulieren: Schlagen Sie eine kleine Summe (ca. 10% auf). Dann laufen Sie kaum Gefahr, nicht in das Gehaltsgefüge des Unternehmens zu passen.

  6. Flexibel bleiben: Passen Sie die Gehaltsvorstellung auf Unternehmen, Branche und Ihre schon vorhandenen Erfahrungen an.

Auch wenn viele Bewerber*innen die Angabe der Gehaltsvorstellung in der Bewerbung als störend empfinden, so kommen sie um diese Frage im Bewerbungsprozess „nicht herum“. Spätestens im Vorstellungsgespräch müssen alle die Karten auf den Tisch legen und das Gehalt zum Thema machen. Auch dann ist es hilfreich, die genannten Punkte zu beachten.

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