Bewerben 4.0 – Worauf muss ich achten?

Verabschieden wir uns zunehmend von der klassischen Bewerbung? Mit der fortscheitenden Digitalisierung wird sich auch das Bewerbungsprozedere auf längere Sicht verändern und neue Trends zeichnen sich bereits ab.

Immer mehr Unternehmen lassen sich inzwischen durch Künstliche Intelligenz (kurz: „KI“) unterstützen. Maschinelles Lernen wird vor allem im Bewerbungsprozess immer üblicher: Bewerbungen werden damit gesichtet und Lebensläufe bewertet. KI kommt aber auch zum Einsatz, um den Arbeitseinsatz von Mitarbeitenden zu überprüfen und geben mittlerweile sogar Tipps für das anstehende Bewerbungsgespräch, wie eine zum Gespräch eingeladene Person vom Unternehmen überzeugt und motiviert werden kann.

Kann es also sein, dass unsere Bewerbungsunterlagen bald nur noch von Algorithmen gescannt und mittels Schlagwörtern bewertet und gesiebt werden - ganz ohne, dass jemals ein*e Personaler*in einen Blick darauf geworfen hat? Erfahrung und Bauchgefühl geschulter Personaler*innen stehen also gewissermaßen Technologie und Emotionslosigkeit, aber zugleich auch Unvoreingenommenheit, gegenüber.

Es folgen ein paar Trends und Tipps für Ihre anstehende Bewerbungsphase. Für eine individuelle Beratung zu diesem Thema kommen Sie gerne in einen unserer drei Standorte oder vereinbaren Sie einen Online-Beratungstermin.

Seien Sie sichtbar im Internet

Neben der klassischen Stellenausschreibung, die zum Bewerben aufruft, nimmt das „Active Sourcing“ zu: Unternehmen suchen aktiv im Netz und auf verschiedenen Plattformen nach interessanten und geeigneten Kanditat*innen für ihre ausgeschriebenen Stellen. Im Netz auffindbar zu sein, ist für viele unangenehm, bietet aber gerade in der Jobsuche auch den Vorteil, dass man sich nicht mehr ausschließlich selbst bewerben muss und gezielt die eigene Reputation steuern kann.

Sie müssen nicht auf allen Kanälen präsent sein, finden Sie die für Sie passende soziale Plattform. Wie wäre es mit einem eigenen Blog oder einer eigenen Bewerbungswebsite? Oder haben Sie schon einmal über ein kleines Youtube-Video nachgedacht? Denn digitale Reputation und der Aufbau eines digitalen Netzwerkes sind wichtige Komponenten der Zukunft und hilfreiche Vorarbeit für Ihre anstehende Bewerbungsphase.

Damit Hand in Hand geht der Trend des „Social Recruiting“. Unternehmen versuchen zielgruppenspezifische Werbung für eine kleinere und vordefinierte Zielgruppe zu schalten (LinkedIn, Monster, XING, Whatsapp, SnapChat etc.), um vor allem diejenigen anzusprechen, die für das Unternehmen und die ausgeschriebenen Stellen attraktiv sind. Auch Headhunter sind in vielen Branchen keine Unbekanntheit und gerade auf Plattformen wie LinkedIn oder XING unterwegs.

Bewerben 4.0.: Kennen Sie die wichtigen Schlagwörter

Das „Digital Recruiting“ oder auch „Robot Recruiting“ ist keine Neuheit mehr und bietet für vor allem für die Unternehmen eine Erleichterung und führt zu schlankeren und schnelleren Prozessen. Mittels programmierter Chat- bzw. Jobbots und digitaler Auswahlsysteme werden die Bewerber*innen vorsondiert. Im ersten Schritt wählt also nicht eine Person, sondern eine KI aus und sortiert die geeigneten Bewerber*innen vor, was Zeit und Kosten spart.

Es werden also so genannte „Machting-Alghoritmen“ programmiert, die auf Basis bestimmter Kriterien und „Keywords“ Job- und Bewerber*innenprofile matchen- und das in beide Richtungen. Dies lässt sich beispielsweise gut auf XING oder LinkedIn sehen: Angemeldeten Nutzer*innen werden, zugeschnitten auf das eigene Profil, passende Jobvorschläge angezeigt. Unternehmen werden geeignete Kandidat*innen automatisch vorgeschlagen.

Es ist also sinnvoll, sich mit den Stellenausschreibungen Ihrer Branche auseinanderzusetzen und die wichtigen Schlagwörter zu kennen, um Ihr Portfolio daran anpassen zu können. Welche Schlagwörter sind für die automatischen Auswahlsysteme sinnvoll? Eine intensive Stellenrecherche gibt Ihnen Aufschluss über die richtigen Keywords für Ihre Bewerbung.

Selbstmarketing: Wissen wer ich bin und was ich kann

Vorbereitung ist das halbe Leben und das bleibt auch so! Investieren Sie ausreichend Zeit in Ihre Profilbildung und überlegen Sie sich: Wer bin ich? Was habe ich bisher erreicht? Was kann ich gut? Was motiviert mich? Wohin will ich? Eine intensive Selbstreflexion ist das Fundament Ihrer erfolgreichen Bewerbung. Dadurch machen Sie sich einzigartig und interessant.

Suchen Sie zudem nicht nur nach Stellen, sondern auch nach Unternehmen, die zu Ihnen, Ihren Bedürfnissen und Werten passen. Erweitern sie also Ihre Bewerbungsstrategie und ziehen Sie auch Initiativbewerbungen in Erwägung.

Werden Sie also aktiv! Sie möchten bei einem bestimmten Unternehmen unbedingt die Chance ergreifen und sich bewerben, es gibt aber gerade keine vakanten Stellen? Dann rufen Sie direkt an und fragen Sie nach, wann mit der nächsten Einstellungsphase zu rechnen ist. So haben Sie bereits einen ersten Kontakt zum Unternehmen aufgebaut und haben anderen Bewerber*innen gegenüber einen Vorsprung.

Beruflich strategisch neue Wege gehen

Schärfen Sie Ihr eigenes Profil und Ihre Kompetenzen und überlegen Sie, welche Branchen und Positionen für Sie noch in Frage kommen. Erweitern Sie also gewissermaßen Ihren Zielhorizont. Nutzen Sie die Zeit für den Erwerb noch fehlender Qualifikationen und Kenntnisse und legen Sie erste Steine bis zu Ihrem eigentlichen Ziel.

Nachdem es schon länger nicht mehr „die eine“ Bewerbungsstrategie gibt, macht es zudem Sinn, „mehrgleisig“ unterwegs zu sein und verschiedene der hier genannten Punkte parallel anzuwenden.

Vitamin B: Schaffen Sie sich Netzwerke

Neben diesen digitalen Trends gibt es auch einen nach wie vor sehr beliebten analogen Weg um geeignetes Personal mit Unternehmen zusammenzubringen: das altbekannte Netzwerken. Karriereevents, Messen, Netzwerktreffen und spezielle Benefits und Angebote für Mitarbeiter*innen werben/empfehlen Mitarbeiter*innen.

Ob das „digitale Ich“ wirklich immer wichtiger wird und sich der Bewerbungsprozess gänzlich verändert, bleibt abzuwarten. Algorithmen seien aber effektiver, schneller und würden diskriminierungsfreier agieren*, heißt es. Es könnte in Zukunft also einiges an Bewegung geben. Insofern lohnt sich also in jedem Fall, diese Trends im Hinterkopf zu behalten und über die hier gegebenen Tipps nachzudenken.

Lesen Sie hier alle Details: https://www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/wiai_lehrstuehle/isdl/Recruiting_Trends_2020/Studien_2020_01_Social_Recruiting_Web.pdf

*Für eine genauere Analyse lesen Sie bspw. hier ab Seite 6: https://www.haufe.de/download/personalquarterly-32019-kuenstliche-intelligenz-personalquarterly-491400.pdf

Bildquelle:
würfel cube info 3D © moonrun - fotolia.com

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