Studieren oder nicht? Gezielte Berufsorientierung unterstützt bei positiver Entscheidung

Zwischen 1999 und 2018 stieg in Deutschland die Anzahl der Schüler*innen, die die allgemeine Hochschulreife erwarben, von ca. 28 % auf ca. 40 %. Dies kann sehr positiv gesehen werden, denn in der Regel gilt noch immer, dass ein höherer Bildungsabschluss zu höheren Löhnen bzw. Gehältern im Erwerbsleben führt.

Es verwundert nicht, dass knapp zwei Drittel der Abiturient*innen gemäß den Daten des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) aus dem Jahr 2018 direkt im Anschluss an ihre schulische Laufbahn ein Studium aufnehmen möchten. Hingegen streben nur ca. 23 % der Hochschulzugangsberechtigten eine Berufsausbildung an. Ein geringer Anteil entscheidet sich für ein soziales Jahr oder andere Länder kennenzulernen. Doch was steckt hinter diesen Entscheidungen?

Da wäre zum einen der sogenannte Herdeneffekt. Dieser beschreibt, dass sich Schüler*innen öfter für ein Studium entscheiden, wenn sich Mitschüler*innen aus ihrem privaten Umfeld die Aufnahme eines Studiums entschlossen haben. Zudem spielt die soziale bzw. Bildungsherkunft eine große Rolle. Hier kommen die Eltern ins Spiel, denn noch immer absolvieren Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern seltener ein Hochschulstudium als Jugendliche aus Familien mit akademischen Hintergrund. Und dies sogar bei vergleichbar guten schulischen Leistungen.

Doch Wissen und Information können hier viel leisten! Um die Situation zu verbessern und allen Schüler*innen die gleichen Chancen bieten zu können, sollten sie noch besser und gezielter über  Bildungsmöglichkeiten und deren konkrete Inhalte informiert werden. Hierunter fallen unter anderem Informationen zu den Kosten, dem zeitlichen Aufwand und den Anforderungen eines Studiums sowie die Zukunftspotentiale der Ausbildungsberufe im Vergleich zu Studienfächern. Ebenso wichtig sind Informationen zu finanzieller Unterstützung (zum Beispiel Bafög oder ein Stipendium) oder zu alternativen Unterstützungsmöglichkeiten wie Mentorenprogramme.

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Quelle: Drobner, Antje; Patzina, Alexander (2021): Bildungswege nach dem Abitur: Warum die Bildung der Eltern noch immer einen Unterschied macht, In: IAB-Forum 24. Februar 2021, https://www.iab-forum.de/bildungswege-nach-dem-abitur-warum-die-bildung-der-eltern-noch-immer-einen-unterschied-macht/, Abrufdatum: 5. März 2021

 

 

Bildquellen: würfel cube info 3D © moonrun – fotolia.com

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