Neuer Zeitplan für Sanierung der Neuköllner Karl-Marx-Straße erforderlich

Pressemitteilung vom Bezirksamt Neukölln vom 09.08.2019

Der Komplettumbau der Karl-Marx-Straße gehört zu den größten und langwierigsten Baustellen in Neukölln. Seit 2010 werden hier auf einer Gesamtlänge von zwei Kilometern der U-Bahn-Tunnel und sämtliche Leitungen saniert. Im Anschluss wird die Straße neu gebaut. Seit Beginn des ersten Bauabschnitts wurden bereits 1,3 Kilometer abgeschlossen. Neben der BVG sind an der Baustelle u.a die Deutsche Telekom, die Berliner Wasserbetriebe, Vattenfall/Stromnetz Berlin sowie die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg beteiligt, die nach und nach ihre jeweiligen Leitungen umverlegen und teilweise sanieren. Nach Abschluss der Tunnel- und Netzarbeiten werden durch das Bezirksamt Neukölln die Gehwege und Straße neu gebaut.

Aufgrund neuer Vorgaben muss das Bezirksamt Neukölln gemeinsam mit der BVG den Zeitplan aktualisieren. Ende 2018 aktualisierte die Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin (SBB) die Vorgaben für die Entsorgung teerhaltiger Dachpappenabfälle. Danach muss u.a. vor der Anlieferung des Abfalls bei einem Entsorgungsunternehmen zweifelsfrei nachgewiesen sein, dass Teerpappe enthaltendes Abbruchmaterial asbestfaserfrei ist. Darüber hinaus wurden die Prüfmethoden zur Analyse verschärft. Das Abbruchmaterial muss seitdem komplett auf der Baustelle verbleiben, bis sämtliche Laborergebnisse vorliegen. Dabei handelt es sich um die auf dem U-Bahn-Tunnel verbauten Materialien aus dem Jahr 1925.

Der längere Verbleib des Abbruchmaterials an der Baustelle führt zu erheblichen logistischen Herausforderungen. Auf den aus Rücksicht auf Anlieger und Verkehr ohnehin jeweils sehr kleinen Flächen der Baustelle muss das Abbruchmaterial oft umgelagert werden, um einen Fortschritt der eigentlichen Bauarbeiten überhaupt zu ermöglichen. Dadurch verzögert sich naturgemäß die Fertigstellung.

Der aktuelle Bauabschnitt bis zur Erkstraße wird voraussichtlich im Frühsommer 2020 abgeschlossen sein. Im Anschluss wird der letzte Abschnitt bis zur Weichselstraße in Angriff genommen. Dieser wird spätestens 2024 abgeschlossen sein.

Die Baustelle soll trotz der veränderten Rahmenbedingungen so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Das Bezirksamt Neukölln wird darüber hinaus alles dafür tun, über die jeweilige Verkehrslenkung zu informieren und negative Auswirkungen soweit wie möglich zu reduzieren.

Im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Tiefbau und Ordnungsangelegenheiten am 6. August wurden die Bezirksverordneten darüber informiert, dass der mit Auftragsvergabe vorgesehene Rahmenterminplan unter den neuen Rahmenbedingungen zur Abfallentsorgung nicht eingehalten werden kann. Der zukünftige Zeitplan ist abhängig von der laufenden Umplanung des Bauablaufs, der unter Abwägung der finanziellen, zeitlichen und räumlichen Ressourcen abgestimmt werden muss mit dem Ziel die Straße so früh wie möglich fertigzustellen.

Mit dem Umbau der Karl-Marx-Straße wird die Aufenthaltsqualität erhöht und Verkehrssicherheit verbessert. Dazu werden die Gehwege soweit wie möglich verbreitert und mehr Komfort und Aufenthaltsflächen für Passantinnen und Passanten geschaffen. Ein Schwerpunkt ist darüber hinaus die durchgängige Einrichtung eines Radfahrstreifens auf der Karl-Marx-Straße.

zum Onlineartikel auf der Seite des Bezirksamts

Zurück

gesbit logoberliner senat

Mobile Version