Flüchtlinge erhalten mehr Unterstützung in der Berufsausbildung

Junge Menschen die lediglich mit einer Duldung in Deutschland leben, können damit rechnen, dass sich ihre Situation in Punkto Unterstützung bei der Berufsausbildung zukünftig verbessert. Das Bundeskabinett verabschiedete heute einen dementsprechenden Gesetzesentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Ziel ist es, die Berufsausbildung im Betrieb früher und besser zu unterstützen. Das Gesetz tritt ab dem 01.01.2016 in Kraft.

Geduldete junge Menschen können dann, eine 15-monatige Voraufenthaltsdauer vorausgesetzt, verschiedene ausbildungsfördernde Leistungen erhalten. Damit möchte die Bundesregierung die Integration junger Menschen mit einer Duldung in die Berufsausbildung und damit in den Arbeitsmarkt verbessern. Im Folgenden sollen die einzelnen Programmpunkte beschrieben werden.

1. Die Förderung der betrieblichen Berufsausbildung ist nun bereits deutlich früher möglich, wodurch Gedultete schneller die Berufsbildungsbeihilfe erhalten können. Die Verkürzung der Voraufenthaltsdauer von vier Jahren auf 15 Monate war ursprünglich für den 01.08.2016 vorgesehen, wird nun aber auf den 01.01.2016 vorgezogen. Auszubildende haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf die die Ausbildungsvergütung ergänzende Berufsausbildungsbeihilfe nach § 56 SGB III wenn ihnen die erforderlichen Mittel zur Deckung des Lebensunterhalts nicht anderweitig zur Verfügung stehen.

2. Die Verkürzung der Voraufenthaltsdauer gilt auch für das seit Mai 2015 eingeführte Instrument der Assistierten Ausbildung (§ 130 SGB III). Dieses Programm soll helfen, benachteiligte junge Mensche durch eine kontinuierliche und einzelfallbezogene Unterstützung auf die Berufsausbildung vorzubereiten und während dieser zu begleiten. Unter den Begriff benachteiligt fallen zum Beispiel ausländische junge Menschen, die durch mangelnde Sprachkenntnisse oder bestehenden sozialen Eingewöhnungsschwierigkeiten in Deutschland eine besondere Förderung benötigen.

3. Ganz neu ist, dass geduldete Auszubildende nun auch mit ausbildungsbegleitenden Hilfen gefördert werden können. Ausbildungsbegleitende Hilfen, die, wie der Name schon sagt, begleitend zu einer betrieblichen Berufsausbildung geleistet werden, sollen zusätzliche Unterstützung bieten, um Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Die Unterstützung kann beispielsweise in Form einer sozialpädagogischen Begleitung oder durch den Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten erfolgen.

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