Die Bewerbung

Werbung oder Briefing

Häufig liest man in Büchern und Online-Ratgebern, dass die Bewerbung im Prinzip Werbung für die eigene Person ist. Werbung steckt ja schließlich schon im Wort Bewerbung. Dies ist aber unserer Ansicht nach, nur bedingt richtig. Was will denn Werbung? Werbung hat immer das Ziel, etwas zu verkaufen. Dafür versucht Werbung das Produkt oder die Dienstleistung in möglichst gutem Licht erscheinen zu lassen. Dies an sich klingt ja gar nicht so schlecht und ist sicherlich auch für eine Bewerbung erstrebenswert. Das Entscheidende sind aber die Methoden der Werbung und deren Konsequenzen: 

  • Aufmerksamkeit um jeden Preis (z. B. schockierende Bilder, prominente Personen)
  • Oberflächliche Qualitäten hervorheben, bestenfalls Gefühle damit verknüpfen (z. B. Kaugummi – weiße Zähne zeigen; junge und sportliche Menschen im Spot, die sich anlächeln – Erfolg beim anderen Geschlecht suggerieren)
  • Vermittlung von Illusionen anstatt Sachinformationen (z. B. Bilder von alten idyllischen Bauernhöfen)
  • Dehnung der Wahrheit, teils Verbreitung von Unwahrheiten (z. B. Zuckerbomben für Kinder als gesund darstellen)
  • Übertreiben und überhöhen (z. B. die beliebteste …, der schnellste …)

Ganz anders ist dagegen die Vorgehensweise bei einem Briefing. Vielleicht kennen Sie das Briefing bereits aus Ihrem beruflichen Umfeld. Oder aus einem Urlaub – dann zum Beispiel, wenn Sie schon einmal vor einer Aktivität in alle Erforderlichkeiten eingewiesen wurden. Die Methoden des Briefing:

  • Kurzes und präzises Vortragen von Fakten, um Ihr Gegenüber zu überzeugen bzw. einzuweisen
  • Vermeidung von Floskeln zugunsten belegbarer Inhalte
  • Information über alle erforderlichen Sachverhalte
  • Klare und nachprüfbare Argumente und eine gute Strukturierung

Nun sind Sie an der Reihe, zu entscheiden: Wollen Sie sich verkaufen oder wollen Sie überzeugen?

Wenn Sie Arbeitgeber überzeugen wollen, ist der nächste Schritt, Argumente zu sammeln, die Sie vortragen können. Ohne diese Vorarbeit begehen Sie den Bewerbungsfehler Nummer 1 – Massenabfertigung, also allgemeine Unterlagen ohne Aussagekraft. Unterstützung bei der Sammlung Ihrer Argumente finden Sie hier.

Bewerbungsunterlagen - Formales & Aufbau

Eine DIN-Norm für Bewerbungsunterlagen gibt es nicht. Sie sammeln lückenlos Ihre Argumente, bereiten diese übersichtlich auf und achten dabei auf Fehlerfreiheit und ansprechende Darstellung. Selbstverständlich gibt es einige wenige Standards (z. B. Kontaktdaten auch in den Unterlagen angeben) und einiges hat sich „eingebürgert“ (letzte Tätigkeit im Lebenslauf zuerst nennen) aber Sie haben viele Freiheiten. Mythen wie: „der Lebenslauf muss auf eine Seite passen“ halten sich zwar hartnäckig, sind aber nicht richtig.

Bewerbungsarten

vollständige Bewerbung: alle Unterlagen
Kurzbewerbung: Anschreiben und Lebenslauf

Inhalt von vollständigen Unterlagen im Detail

Wenn Sie unzählige an Nachweisen, Belegen, Bescheinigungen, etc. haben, lassen Sie die Ältesten oder Unwichtige weg. Aber nicht einfach zwischendrin die „Schlechtesten“ aussortieren. Sonst könnte der Eindruck entstehen, Sie haben unpassende Dokumente bewusst vorenthalten. Checkliste:

  • Anschreiben (lose auf der Mappe liegend)
  • ggf. Deckblatt (muss nicht sein, kann aber)
  • Lebenslauf
  • Bewerbungsfoto (darf zwar nicht mehr verlangt werden, ist aber noch Standard)
  • Schulzeugnisse (in der Regel reicht der höchste Abschluss einer allgemeinbildenden Schule)
  • Ausbildungszeugnisse (Diplom, Meisterbrief)
  • Arbeitszeugnisse der früheren Arbeitgeber
  • Praktikums- und Tätigkeitsnachweise
  • Aus- und Weiterbildungsnachweise (nur Nachweise über aktuelles Wissen, nichts Veraltetes, z.B. keine überholten Computerkurse)
Bewerbungsmappe

Wir raten, auf übertrieben gestaltete Bewerbungsmappen zu verzichten und stattdessen, eine pragmatische und einfache Lösung zu wählen. Nehmen Sie stabile Bewerbungsmappen aus denen sich Ihre Unterlagen leicht entnehmen lassen, z. B. Klemmmappen mit seitlichem Bügel. Die dreiseitigen Bewerbungsmappen zum Aufklappen sind sehr unpraktisch und von vielen Personalern nicht gern gesehen.

gesbit logoberliner senat

Mobile Version